Ho! Ho! Ho!

Samichlaus du guete Maa, gell ich muess kei Ruete haa… Ou Mist ez weiss ich de Text nümm wiiter!!“ Ungefähr so tönte es, als der Nikolaus dann endlich einmal anwesend war. Bis der Mann in Rot allerdings kam, mussten die Turnerinnen und Turner sich eine ganze Weile gedulden. Alles begann, wie es beginnen musste… Kalt und dunkel senkte sich die Nacht über Romanshorn. Ob zu Fuss oder auf Rädern, irgendwie gelangten alle zum Pfadiheim.

Glitzernd strahlte das Licht durch die Fenster der Baracke. Ein viel verheissendes Licht, bedeutet Licht doch Wärme, die alle so bitter nötig hatten an jenem Abend. Der Kälte wurde der Kampf angesagt, sobald man um die Ecke kam. Neben dem prasselnden Feuer stand ein Glühweinkessel und alle waren in Gespräche vertieft. Die ganze Stimmung wurde von Weihnachtsmusik aus dem Radio klischeehaft unterlegt. Als alle schön warm hatten, begab sich die Turnertruppe in das „Haus“ und blieb zuerst einmal erstaunt stehen.

Die Tische waren reichlich gedeckt mit allen nur erdenklichen Esswaren und einem Racletteöffeli. Was zuerst nach Raclette aussah, stellte sich bald darauf als Pizza im Öfeli heraus. Bevor die Schlemmerei aber losgehen durfte, mussten alle etwas aus einem kleinen Säckchen ziehen. Je nachdem was man herauszog, hatte man andere Aufgaben zu erfüllen. So wurde einer pro Tisch Mundschenk, ein Anderer durfte abwaschen und ein Dritter musste nachfüllen wenn ein Schälchen leer wurde.

Der Vierte hatte eine spezielle Aufgabe. Deshalb musste Laura die Unterhalterin spielen und ich kam so zu dem Privileg, diesen Text hier zu schreiben. Nach dem Essen war es dann endlich soweit, der Samichlaus kam! Man muss zugeben, dass der rote Mann und sein Schmutzli nicht besonders professionell wirkten, aber es kam von Herzen und alle freuten sich. Der Samichlaus tat, was er tun musste. Er erzählte jedem, was er so weiss über ihn. Wusste man einen guten Spruch zum Schluss (was bei nicht allzu vielen der Fall war), bekam man einige Nüsschen, Mandarinen und ein Glasfläschchen mit Zaubertrank.

Schliesslich waren alle an der Reihe gewesen und so gesellten sich die beiden Männer aus dem Wald noch zu uns an den Tisch. Der Abend ging dann vergnügt weiter bis in die Morgenstunden. Und wenn sie nicht gestorben (oder heimgegangen) sind, dann feiern sie noch heute.